Mobilfunk und Internet

Auf meinen Wanderungen und Pilgerreisen möchte ich immer von unterwegs auf meinen Weblogs berichten. In Deutschland und Westeuropa kein großes Problem. Für Ausländer in Japan war der Zugang zum Mobilfunk und zum Internet in 2014 noch schwierig, wenn nicht unmöglich ohne japanischen Dolmetscher. Ende 2015 sah das allerdings schon ganz anders aus. Ohne japanische Unterstützung ist es trotzdem noch schwierig. Lediglich auf den internationalen Flughäfen kann man Mietgeräte leihen. Glücklicherweise bewegt sich Japan mit Riesenschritten – wohl mit Blick auf Touristen und die Olympiade in Tokio – in Richtung einem auch für Ausländer einfacheren und schnellen Zugang ins Mobilfunknetz und Internet.

Bereits für meine Vorbereitungsreise nach Japan im April 2014 wollte ich einen Internetzugang haben. Ein garnicht so leichtes Unterfangen, vor allem wenn die Dolmetscherin 🙂 nur sehr wenige Kenntnisse in Bezug auf Mobilfunk und Internet hat. Mein aus Deutschland mitgebrachtes Mobiles WiFi-Gerät von Huawei – in 2014 neustes Modell – konnte ich nicht nutzen, obwohl genau dieser Modelltyp von dem japanischen Provider Docomo verkauft wurde. Ich musste mir in Japan ein japanisches Mobile WiFi vom japanischen Provider B-Mobil zulegen. Zudem gab es für mich als Ausländer nur eine  1GB Prepaidkarte von B-Mobil (nutzt das Mobilfunknetz von Docomo). Die angebliche LTE-Geschwindigkeit konnte ich bei weitem nicht erreichen. Ich stellte mich schon auf mühsame Übertragungen während meiner Pilgerreise ein.

Dann meine Chita-Pilgerreise im Oktober/November 2015 in Japan. Schon auf dem Laufband von der Ankunftshalle zum Bahnhof im Flughafen Nagoya fallen mir die Werbeplakate für Miet-WiFi-Geräte mit Internetzgang auf. Es klingt verführerisch ein Mobil-WiFi-Gerät mit Internetzugang zu mieten. Am Schalter treffe ich einen Deutschen und dieser ist sehr zufrieden. Also miete ich auch ein Gerät. Zu Hause in Toyoake musste ich dann leider feststellen, dass man zwar problemlos Mails empfangen und senden kann. Auch das Internetsurfen geht einigermaßen, doch meinen Weblog bearbeiten und Bilder hochladen ist wieder quälend langsam. Wir fahren zwei Tage später erneut zum Flughafen und können tatsächlich das Gerät zurückgeben. Ein Teil der Gebühren wird mir später zurückerstattet. So etwas gibt es nur im Serviceland Japan, in Deutschland wohl eher nicht.

Bei dem großen Elektro-, Elektronic-, Kamera- und Computerkaufhaus BIC CAMERA in Nagoya (BIC CAMERA gibt es in vielen Städten Japans http://www.biccamera.co.jp/bicgroup/index.html) erfahre ich einen außergewöhnlich guten Service und meine Lösung für das Arbeiten unterwegs im Internet.

Dort bei BIC CAMERA kaufte ich eine Prepaid-SIM-Karte (Achtung nur für Datendienst, nicht zum Telefonieren geeignet!) mit 2 GB Datenvolumen und drei Monate Laufzeit von IIJmio (BIC SIM Japan Travel Package https://t.iijmio.jp/en/recharge/index.html). Der Verkäufer konfigurierte mir mein japanisches Mobil-WiFi-Gerät mit der eingelegten SIM-Karte. Bei IIJmio im Internet kann man mit der Telefon Nr. und dem PASSCODE (beides erhält man beim Kauf) sich immer über das Restguthaben des Übertragungsvolumens informieren. Rechtzeitig vor dem Komplettverbrauch des Guthabens kauft man sich eine Nachfüllkarte mit 500MB oder 2GB. Auf der Rückseite der Karte rubbelt man die PIN-ID frei und kann über die Internetseite von IIJmio (https://t.iijmio.jp/en/index.html) das neue Datenvolumen mit der PIN-ID freischalten. Natürlich kann man auch hintereinander mehrere Nachfüllkarten freischalten.  Die 2GB-Karten und die 500MB-Karten erhält man bei BIC CAMERA und in den Kombini-Shops (24-Stunden-Supermärkte) der Supermarktkette Lawson. Lawson ist in ganz Japan anzutreffen.

Auch ein 2GB-Kontigent kann sich schnell verbrauchen, wenn man Videos anschaut oder Video-Dateien hochhält. In den Unterkünften (Hotels, Business-Hotels und Minshuku) gibt es öfters einen freien Zugang über das WLAN. Dann kann man auch YouTube-Videos anschauen oder große Datenmengen hochladen ohne sein eigenes Kontingent zu verbrauchen.

Bitte beachten: Keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

Zum Abschluß noch ein paar allgemeine Informationen:
Gerade für Japanreisende ist der Weblog von Tessa-Karina Tews ein wahre Fundgrube mit Informationen und Tipps rund um den Aufenthalt in Japan.

Ganz speziell der nachfolgenden Link zum Thema: Tipps zum Internet in Japan

Mobilfunk2G = GPRS (115 kBit/s)
E = EDGE (maximalen Leistung von 384 kBit/s)
3G = UMTS (bis zu 2MBit/s)
H = HSPA / HSDPA / HSUPA (bis zu 7,2 Mbit/s)
H+ = HSPA+ (bis zu 42 Mbit/s)
4G = LTE (bis zu 300 MBit/s)
Mobilfunkfrequenzen
(unterschiedliche Frequenzen bei den Providern)
Docomo FDD-LTE 800, 1800, 2100 MHz
Softbank FDD-LTE 900, 1500, 2100 MHz und TDD-LTE 2496-2690 MHz
AU (KDD) FDD-LTE 800, 1500, 2100 MHz
SIM-Karten:
    StandardGröße: 25 x 15 mm
Einsatzbereich: Meistens in Handys
    MicroGröße: 15 x 12 mm
Einsatzbereich: am häufigsten in iPhone 4/4s und Samsung Galaxy S3, S4, S5
    NanoGröße: 12,3 x 8,8 mm
Einsatzbereich: iPhone 5, 6, 6s und Samsung Galaxy S6, S7, S7 Edge