Pilgerutensilien

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Auf meiner unten aufgeführten Ausrüstungsliste finden Sie alles, was ein Pilger auf dem Shikoku-Pilgerweg an Pilgerkleidung und Pilgerausrüstung üblicherweise dabei hat.

Die komplette weiße Pilgerkleidung habe ich nur bei Bus- und Autopilger gesehen. Mir sind keine Fußpilger begegnet, die in komplett weißer Kleidung – dies symbolisiert Trauer und Tod – unterwegs waren. Was natürlich nicht heißt, dass es dieses nicht gibt.

Auch als Nicht-Buddhist war es für mich selbstverständlich zumindest einige der äußeren Pilgerattribute zu tragen. Auch gehörten für mich dazu, mit Respekt und Demut die Tempel zu besuchen und mich einem Pilger entsprechend zu verhalten. Mit jedem osettai (Almosen, Gastgeschenk), das ich erhielt und mit jeder mir entgegengebrachten Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft steigerte sich meine Dankbarkeit, dass ich hier auf diesem berühmten Pilgerweg unterwegs sein konnte.

Meine Pilgerausstattung:

1) Pilgerhut

Ich benötigte zwei Pilgerhüte 😕 . Für den ersten Pilgerhut hatte ich Material zum Umwickeln und Auffüttern (Schaumstoff und Baumwollstreifen) des Tragesrings aus Deutschland mitgebracht. Damit war das Tragen angenehmer. Dies war meine Erfahrung aus der Chita-Pilgerreise 2015. Japaner legen sich ein kleines Handtuch auf den Kopf und erzielen einen ähnlichen Effekt. Durch die extreme Hitze und Feuchtigkeit war mein Material immer schweißgetränkt. Das führte schließlich zum Brechen mehrere Befestigungsstege. Durch Zufall traf ich unterwegs einen Pilger mit einem Kinnband und so kaufte ich im Tempel 46 (Jōruri-ji 浄瑠璃寺) einen neuen Hut und zusätzlich ein Kinnband. Das Kinnband ist angenehm zu tragen und hat zusätzlich noch den Vorteil, dass nun kein Windstoß mehr den Hut vom Kopf reißt.

Ein großer Vorteil des Pilgerhutes ist, man ist vor direkter Sonneneinstrahlung und vor Regen (mit Regenschutz) geschützt. Während meiner Pilgerreise hatte ich Temperaturen von über 30° bis ca. 40 °C. Ohne Hut hätte ich mir vermutlich schnell einen Sonnenstich eingefangen.

2) Pilgerstock

Dieser hölzerne Pilgerstab gehört einfach zu dieser Pilgerreise dazu. Üblicherweise wird auch ein buntes Griffstück mit Glöckchen über den Griff gestülpt. Das ständige Gebimmel mit jedem Schritt und das dann täglich über mehrere Stunden empfinde ich für mich als nervig. Daher habe ich darauf verzichtet. Die scharfkantigen Ecken des Holzgriffs habe ich mir mit Schmirgelpapier rund geschliffen.

Der hölzerne Pilgerstock wurde mein liebster Begleiter. Auf rutschigem Untergrund und auf Waldwegen mit unebenen Abstiegen habe ich ihn sehr schätzen gelernt. Fast 12 Zentimeter sind unterwegs verloren gegangen. Er hat stark gelitten und doch bis zum Ende durchgehalten 😀 .

Ein kleiner Tipp, es gibt nicht nur das Griffstück aus Stoff, sondern auch eine Polsterung. Ohne Polsterung spürt man deutlich die Ecken des Holzgriffs. Die Polsterung wird zunächst auf den Holzgriff geschoben und darüber kommt dann Griffstück.


Der Link zur Polsterung:
Griffpolsterung

3) Pilgerjacke

Die weiße Pilgerjacke kann ich ebenfalls empfehlen. Das hat zusätzlich auch einen ganz praktischen Grund. Der Pilgerweg führt öfters auch an Straßen entlang und durch Tunnel und nicht immer gibt einen Gehweg. Die weiße Jacke ist weithin auch für Autofahrer sichtbar.

Häufig sieht man im Tempelbüro das Stempeln der Pilgerjacken. Diese Jacken werden nicht getragen. Erst auf dem Weg des Todes soll diese Jacke den Pilger begleiten. So jedenfalls erklärte es mir ein Pilger.

Im Frühjahr und im Herbst empfiehlt sich die Jacke mit Ärmel und im Sommer die ärmellose Jacke. Ich habe in der Hitze keine Pilgerjacke und lediglich nur ein super dünnes rotes T-Shirt getragen. Der Schweiß floss bei mir in Strömen und so hätte ich täglich auch die Baumwolljacke waschen müssen.

4) Pilgerbücher

Für mich waren die Pilgerbücher Pflicht. Da ich die 88 Tempel und auch die 20 Nebentempel besuchen wollte, habe ich mir für beides Pilgerbücher gekauft.

In beiden Büchern ist auf der einen Seite der Tempel als Zeichnung abgebildet und auf der anderen Seite kommen dann beim Besuch des Tempels die Kalligrafie und die Stempel hinzu. Für mich ist jeder Kalligrafieeintrag ein kleines Kunstwerk. Diese Kunstwerke haben ihren Preis = 300 ¥. Ich hatte mir bereits 2014 beide Pilgerbücher gekauft und zu diesem Zeitpunkt mich nicht vorher informiert. Beide Bücher sind im größten Format (25 x 18 x 2 cm bzw. 1,6 cm dick) und wiegen zusammen stolze 850 Gramm.

Angeboten werden die Pilgerbücher in verschiedensten Ausprägungen und sind in verschiedenen Größen (L x B x D x Gewicht) erhältlich. Z. Bsp.:
– 25 cm x 18 cm x 2 cm x ca. 350 – 500 g
– 24 cm x 17 cm x 2 cm x ca. 320 g
– 19 cm x 13,5 cm x 2 cm x ca. 290 g

Da ich mir keine Umhängetasche gekauft habe, habe ich einen wasserdichten Beutel für beide Bücher aus Deutschland mitgebracht.

5) Kerzen, Räucherstäbchen, Feuerzeug und Münzen

Auch diese Utensilien waren für mich Pflicht. Opferkerzen, Räucherstäbchen und Feuerzeug bekommt man im Tempelladen.

Ich hatte noch Kerzen von meiner letzten Pilgerreise auf Chita in der Provinz Aichi-ken. Auf dieser Pilgerreise erhielt ich von einer Frau einen kleinen blauen Beutel als osettai. Hierin verstaute ich die Kerzen und das Feuerzeug.

Räucherstäbchen und Feuerzeug bekam ich als osettai von Frau Mizutani. Sie hatte mich schon 2015 auf dem Chita-Pilgerweg in die Pilgerriten eingewiesen. Und von Frau Kosaka bekam ich ausreichend 5 ¥ Münzen zum Spenden im Opferkasten ebenfalls als osettai. Ein herzliches Dankeschön dafür.

Räucherstäbchen werden in einer Pappbox verkauft und im vollgestopften Rucksack sind mir einige Räucherstäbchen zerbrochen. Daher besorgte ich mir unterwegs in einem Tempelladen einen Kunststoffbehälter zur Aufbewahrung der Räucherstäbchen.

6) Namenskärtchen = „Visitenkarte“ des Pilgers

Diese Namenskärtchen, auch osamefuda genannt, haben alle Pilger dabei. Man erhält diese Namenskärtchen ohne persönliche Angaben als Block zu 100 oder 200 Blatt. Wenn man das erste Mal (bis zum vierten Mal) auf dem Pilgerweg unterwegs ist, benutzt man die weißen Kärtchen. Es gibt diese Namenskärtchen in verschiedenen Farben (weitere Details siehe unten in der Tabelle).

In jedem Tempel beschriftet man das Kärtchen mit dem Tagesdatum, seinem Namen und seinem Alter. Bei der Haupthalle (Hondo) und bei der Kōbō Daishi geweihten Halle (Daishidō ) stehen Zettelkästen, in die wirft man das beschriftete Kärtchen.

Ich habe beschriftete Namenskärtchen aus Deutschland mitgebracht und musste lediglich das Tagesdatum im Tempel hinzufügen.

7) Sonstiges

Obwohl nicht unmittelbar zur Pilgerausrüstung gehörend, möchte ich es doch hier auflisten. Es geht um eine Sicherheitsleuchte beim Durchqueren eines Tunnels oder bei Dunkelheit. Auf dem Pilgerweg durchquert man einige Tunnel. Mal gibt es einen abgetrennten Gehweg, doch in einigen Tunneln gibt es nur einen schmalen Seitenstreifen mit einer weißen Trennlinie. Nicht immer sind die Tunnel gut beleuchtet. Daher hatte ich mir aus Deutschland zwei verschiedene Systeme mitgenommen.

Zum einen war es eine rot leuchtende Sicherheitsklemmleuchte (hier mit Klick zum Produkt) zum Befestigen an der Rückseite des Rucksacks. Und zum anderen war es ein gelb leuchtendes LED-Reflektorarmband, welches man um den Oberarm legt und mit einem Klettverschluss befestigt. Beide Systeme verstaute ich in der linken Hüftgurttasche des Rucksacks.  Schnell hat sich das LED-Reflektorarmband (hier mit Klick zum Produkt) als die bessere Variante erwiesen. Ich brauchte nicht den Rucksack abnehmen und außerdem konnte ich das Reflektorarmband auch mit angezogenem Poncho sehr schnell umbinden. Die Batterien hielten klaglos durch.

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NameFotoInformationen
Pilgerhut
Sugekasa すげ笠

                                                            

                                        

Kegel- oder halbkugelförmiger gepflochtener Reisstrohhut

In der Regel ist immer ein Kunststoff-Regenschutz dabei.

Pilgerhut mit Originalbefestigungsband:
Eigenes Befestigungsband mit Klemme aus dem Baumarkt und dem Outdoormarkt:

Pilgerhut-Innenseite

Mit Regenschutz und sehr nützlichem Kinnband (Agohimo 顎紐). Das verhindert, dass z.B. bei einem Windstoß durch Lkws der Hut wegfliegt oder in den Nacken rutscht.

Üblicherweise wird dieses Kinnband nicht angeboten; man muss extra danach fragen.

Pilgerstock
Kongōzue 金剛杖

Pilgerstock

Es ist ein Holzstab von 130 cm Länge. Er ist in der Regel mit Sanskrit und japanischen Zeichen graviert. Meistens wird mit dem Pilgerstock auch eine farbige Griffhülle mit Glöckchen gekauft. >

Wenn man über eine Brücke geht, soll der Stock nicht den Boden berühren. Kobo Daishi könnte unter der Brücke ruhen.

Mein Stock nach Wiederankunft im Tempel 1 (Ryōzen-ji):

Pilgerjacke
Hakui / Oizuru 白衣 笈摺

Es gibt zwei verschiedene Jacken.

- ärmellose Jacken und
- Jacken mit 3/4-langen Ärmeln.

Meine ärmellose Pilgerjacke (getragen auf dem Chita-Pilgerweg 2015):


Meine Pilgerjacke mit drei viertel langen Ärmeln (getragen zum Schluß meines Shikoku-Pilgerweges 2016):

Stola
Wagesa 輪袈裟

Umhängetasche
Zudabukuroずだ袋

Umhängetasche

In ihr kann man das Pilgerbuch, die Kerzen, die Räucherstäbchen, Feuerzeug, das Sutrabuch etc. verstauen.

Pilgerbuch
Nōkyochō 納経帳

Pilgerbuch für 88 Tempel

Innenseiten Pilgerbuch mit Bild des Tempels 1 (Ryōzen-ji 霊山寺):

Innenseiten Pilgerbuch mit Kaligrafie und Stempel vom Tempel 1:

Für einen Eintrag (Kaligrafie und Stempel) bezahlt man im Tempelbüro 300 ¥

Votivkerze oder Gebetskerze 灯明

Kleine Opferkerzen, Votivkerzen oder Gebetskerzen

Kerzen bekommt man in den Tempelläden. Der Beutel und das Feuerzeug sind Geschenke (osettai) von Pilgerinnen.

Räucherstäbchen 線香

Räucherstäbchen mit Aufbewahrungsbehälter

Räucherstäbchen bekommt man in den Tempelläden. Nachdem ich mehrfach die Räucherstäbchen in dem Pappkarton zerdrückt hatte, habe ich mir ebenfalls aus einem Tempelladen die Kunststoffbox gekauft.

Buddhistischer Rosenkranz
Juzu 数珠

Sutrabuch お経本

Sutrabuch

Das Buch enthält verschiedene Sutras u.a. auch die Herzsutra. Diese wird von vielen Pilgern ablesend oder singend rezitiert. Im Internet findet man auch die Herzsutra in Rōmaji geschrieben.

Glöckchen
Jirei 持鈴

Kleine Geldspende

Münzen für den Opferkasten

Eine Kirchensteuer gibt es in Japan nicht. Buddhistische Tempel werden nur von seinen Mietgliedern unterstützt.
Tragebox Pilger-Visitenkarten
Fuda 納め札入れ(箱型)
Pilgervisitenkarte
oSamefuda 納札


„Visitenkarte“ des Pilgers = oSamefuda.

Dieses Namenskärtchen kann man ohne persönliche Beschriftung für wenig Geld in den Tempelläden kaufen. Auf ein oSamefuda sollte man mindestens seinen Namen, sein Alter und das Besuchsdatum des Tempels eintragen..

Namenskärtchen gibt es in fünf verschieden Farben und in Brokatausführung. Je nach Anzahl der Pilgerfahrten wählt man die entsprechende Farbe.

- Weiße oSamefuda: 1 - 4 Pilgerfahrten,
- grüne oSamefuda: 5 - 7 Pilgerfahrten,
- rote oSamefuda: 8 - 24 Pilgerfahrten,
- silberne oSamefuda: 25 - 49 Pilgerfahrten,
- goldene oSamefuda: 50 - 99 Pilgerfahrten und
- Brokat oSamefuda: 100+ Pilgerfahrten.

Pilgerhose
Zubon ズボン
Eine weiße Pilgerhose, weiße Gamaschen und weiße Pilgerschuhe habe ich bei keinem Fußpilger gesehen.

Nur Bus- und Autopilger trugen diese Bekleidung.
Gamaschen
Kyahan 脚絆
Eine weiße Pilgerhose, weiße Gamaschen und weiße Pilgerschuhe habe ich bei keinem Fußpilger gesehen.

Nur Bus- und Autopilger trugen diese Bekleidung.
Pilgerschuhe
Jikatabi 地下足袋
Eine weiße Pilgerhose, weiße Gamaschen und weiße Pilgerschuhe habe ich bei keinem Fußpilger gesehen.

Nur Bus- und Autopilger trugen diese Bekleidung.

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